Blick in den leeren Plenarsaal im Bundestag © picture alliance/dpa | Michael Kappeler
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Nach der Bundestagswahl 2025

Machtwechsel in Deutschland

Nachdem das Wahlergebnis feststeht, beginnt jetzt die Analyse. Wie kam das Ergebnis zustande? Was wurde richtig, was falsch gemacht? Es gibt viel zu bereden und aufzuarbeiten – in allen Parteien.

Talks

Kommentatoren Talk: Deutschland hat gewählt - und jetzt? © radioeins
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Jetzt Nachhören - Kommentatoren-Talk: Deutschland hat gewählt - und jetzt?

Deutschland hat gewählt. Die Union ist Stärkste Kraft, die AfD landet auf Platz 2, dahinter SPD und Grüne. Die FDP und das BSW scheitern an der 5-Prozent-Hürde. Große Überraschung: die Linke hat es komfortabel in den Bundestag geschafft. Wie geht es jetzt weiter? Denn: Friedrich Merz und seine Union brauchen mindestens einen Koalitionspartner.

Katja Hoyer © IMAGO/Horst Galuschka
IMAGO/Horst Galuschka

- Am Tag nach der Bundestagswahl: Jakob Augstein im Gespräch mit Katja Hoyer

Deutschland hat gewählt: die Union ist stärkste Kraft. Auf Platz 2 die AfD, die in Ostdeutschland in fast allen Wahlkreisen vorne liegt. Herbe Verluste hingegen bei den Ampelparteien SPD und Grüne, die FDP fliegt ganz raus aus dem Parlament. Auch das BSW scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde. Für eine Überraschung sorgte Die Linke, die es komfortable ins Parlament schafft. Wie geht es jetzt weiter?

Beiträge und Interviews

Amira Mohamed Ali, Co-Parteivorsitzende des BSW © IMAGO/Metodi Popow
IMAGO/Metodi Popow

Knapp gescheitert - BSW verpasst Einzug in den Bundestag - Mohamed Ali blickt optimistisch in die Zukunft

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat trotz des knappen Scheiterns bei der Bundestagswahl ein starkes Ergebnis erzielt und plant, weiterhin eine wichtige Rolle in der deutschen Politik zu spielen, wie die BSW-Co-Vorsitzende Mohamed Ali auf radioeins erklärte. Die Partei wird sich auf kommende Wahlen vorbereiten und ihre Position weiter stärken.

Ein Wähler wirft in einem Berliner Wahllokal seinen Wahlzettel in eine Wahlurne (Archivbild) © picture alliance/dpa|Hauke-Christian Dittrich
picture alliance/dpa|Hauke-Christian Dittrich

Bundestagswahl 2025 - Jugendforscher Greuel: "Jugendliche wählen radikaler als Erwachsene"

Bei der Bundestagswahl am Sonntag wurde die Union stärkste Kraft, gefolgt von der AfD auf Platz 2 - die auch in der Wählergruppe der unter 25Jährigen punkten konnte. Sie erhielt 21 Prozent der Stimmen. Stärkste Kraft in dieser Wählergruppe wurde die Linke mit 25 Prozent der Stimmen. Ein Grund für das Wahlverhalten der Erst- und Jungwähler bei dieser Wahl sei eine Sehnsucht nach "einfachen Antworten" auf drängende Krisen, so der Jugendforscher Frank Greuel.

Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin © picture alliance/dpa|Monika Skolimowska
picture alliance/dpa|Monika Skolimowska

Berliner Wirtschaft - Die Erwartungen der IHK Berlin an die zukünftige Bundesregierung

Friedrich Merz, die Union und die SPD wollen schnell eine neue Regierung bilden. Denn die Zeit drängt, viele Probleme gilt es schnell zu lösen, zum Beispiel die schwächelnde Wirtschaft wieder anzukurbeln. Über die Erwartungen der Wirtschaft an die neue Bundesregierung sprachen wir mit Sebastian Stietzel, Präsident der Industrie- und Handelskammer Berlin. Die IHK hatte schon vor der Wahl fünf Kernforderungen formuliert. Eine davon ist, den Wohnungsneubau voranzutreiben. Zudem ist Berlin auf die Fachkräftezuwanderung angewiesen, so Sebastian Stietzel.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) © dpa/Michael Kappeler
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Nach der Bundestagswahl - Strack-Zimmermann (FDP): "Haben tragischerweise Zeit, und die werden wir uns jetzt nehmen"

Die FDP steht nach dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl vor einem grundlegenden personellen Umbruch. Neben Parteichef Lindner haben auch andere führende Politiker ihren Rückzug angekündigt, wie Generalsekretär Buschmann und Vize-Parteichef Vogel. Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann betonte auf radioeins, dass es nicht mehr die eine große Vorsitzende geben kann. Sie sieht die FDP als Partei, die sich sowohl um Wirtschaftspolitik als auch um Bürgerrechte kümmern muss, und, die sich kritisch fragen müsse, warum sie in Regierungsbeteiligungen scheitert und anschließend abgewählt wird.

Heidi Reichinnek, Ines Schwerdtner und Jan van Aken (r-l) - das Spitzenpersonal der Linken © IMAGO / photothek
IMAGO / photothek

Bundestagswahl - Die Linke feiert Comeback - Schwerdtner spricht von starkem Team und klaren Zielen

Die Linke hat bei der Bundestagswahl 2025 ein beeindruckendes Comeback hingelegt. Mit harter Arbeit, einem starken Team und klaren sozialen Positionen konnte die Partei viele Wähler überzeugen, wie Parteichefin Ines Schwerdtner auf radioeins erklärte. Nun gilt es, diese Erfolge in der Opposition zu nutzen und weiterhin eine starke Stimme für soziale Gerechtigkeit zu sein.

Michael Müller, ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin © imago images/Emmanuele Contini
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Historische Wahl-Niederlage - SPD im Tief: Michael Müller über die Gründe für das historische Wahldebakel

Die SPD hat bei der Bundestagswahl 2025 massiv an Stimmen verloren. Mit nur 16,4 Prozent der Stimmen verzeichnet die Partei das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte. Michael Müller erklärt die Niederlage seiner Partei auf radioeins als eine Katastrophe, die nicht schönzureden ist. Er sieht die Gründe in einer jahrelangen Entwicklung, bei der viele Wählerinnen und Wähler das Gefühl hatten, dass ihre Themen nicht im Vordergrund stehen. Stattdessen habe sich die Partei zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Britta Haßelmann (Grüne) © IMAGO / dts Nachrichtenagentur
IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Bundestagswahl 2025 - Britta Haßelmann (Grüne): "Damit kann man nicht zufrieden sein"

Die Grünen haben 11,6 Prozent bei der Bundestagswahl geholt, drei Prozentpunkte weniger als beim letzten Mal. Die Partei war nicht in der Lage, ihre wichtigsten Themen wie Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund zu stellen, so Britta Haßelmann, derzeit noch Co-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion. Es steht aber fest, "dass die Themen, die eine Zukunftsrelevanz haben, wie etwa die Bekämpfung der Klimakrise, das bezahlbare Leben, mehr Gerechtigkeit und der soziale Zusammenhalt uns wichtig sind. Das sind drängende Fragen, die Antworten verlangen, und ob eine große Koalition, die geben wird, daran kann man Zweifel haben."

CDU Zentrale in Berlin © IMAGO / CHROMORANGE
IMAGO / CHROMORANGE

Bundestagswahl - Uwe Feiler (CDU): "Wir müssen jetzt verantwortungsvoll für das Land handeln“

Die Union ist mit 28,5 Prozent die stärkste Kraft dieser Bundestagswahl. Friedrich Merz versicherte gestern Abend, dass er sich darum bemühen werde, eine Bundesregierung zu bilden, die die ganze deutsche Bevölkerung repräsentiert. Zweitstärkste Kraft ist die AfD, die ihr Wahlergebnis bundesweit verdoppeln konnte und auf 20,8 Prozent kommt. Alice Weidel träumt vom Mitregieren, die Hand der AfD werde immer ausgestreckt sein für eine Regierungsbeteiligung, so die AfD-Chefin. Über den Umgang mit der AfD und über die bevorstehende Regierungsbildung sprachen wir mit Uwe Feiler, Spitzenkandidat der Brandenburger CDU.

Olaf Scholz (SPD), Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU) bei der "Berliner Runde" von ARD und ZDF © picture alliance/dpa/AFP POOL | Stefanie Loos
picture alliance/dpa/AFP POOL | Stefanie Loos

Bundestagswahl - Die Analyse von Thorsten Faas

Die Bundestagswahl hat eine hohe Beteiligung gezeigt, die Ergebnisse sind komplex. Die Union und SPD müssen sich auf Koalitionsverhandlungen einlassen, während die Grünen nicht mehr benötigt werden. Die SPD geht geschwächt in die Verhandlungen, hat aber eine starke Verhandlungsposition. Die Analyse zum Wahlergebnis mit Prof. Dr. Thorsten Faas, Politikwissenschaftler an der Freien Universität Berlin.

Kommentare

Ann-Kathrin Hipp © Nassim Rad
Nassim Rad

Kommentar von Ann-Kathrin Hipp - Ist die Linke die neue Berliner Volkspartei?

Die Linke hat bei der Bundestagswahl 2025 ein beeindruckendes Comeback hingelegt. Mit harter Arbeit, einem starken Team und klaren sozialen Positionen konnte die Partei viele Wähler überzeugen und mit 8,7 Prozent der Stimmen locker die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Besonders in Berlin konnte die Linke knapp 20 Prozent der Zweitstimmen gewinnen.

Harald Welzer © imago images/Future Image/Dwi Anoraganingrum
imago images/Future Image/Dwi Anoraganingrum

Kommentar von Harald Welzer - Positive Aspekte und Herausforderungen des Wahlausgangs

Der Ausgang der Bundestagswahl bietet sowohl positive Aspekte als auch große Herausforderungen - meint Harald Welzer in seinem Kommentar auf radioeins. Die hohe Wahlbeteiligung und die Möglichkeit einer stabilen Regierungsbildung sind erfreulich, meint Welzer. Gleichzeitig muss die neue Regierung schnell und entschlossen handeln, um den internationalen Herausforderungen gerecht zu werden.

Friedrich Küppersbusch © IMAGO/Horst Galuschka
imago images/Horst Galuschka

Kommentar von Friedrich Küppersbusch - Machtwechsel in Deutschland: Neue Regierung braucht Professionalität und Klarheit

Die Bundestagswahl hat die Union (CDU/CSU) zur stärksten Kraft gemacht. Der nächste Bundeskanzler wird wahrscheinlich Friedrich Merz werden, der schnell eine handlungsfähige Regierung schaffen möchte. Die Frage ist, ob eine schwarz-rote Koalition mit der SPD die richtige Lösung ist. Der Journalist und Medienunternehmer Friedrich Kuppersbusch argumentiert, dass eine professionelle Regierung notwendig ist, um die inneren und äußeren Druck zu bewältigen. Er fordert Klarheit und Geschwindigkeit in der Politik und sieht die Bedrohung durch Russland und die Kriegslage in Europa als große Herausforderung an.