Dokumentarfilm - Riefenstahl

Leni Riefenstahl kontrolliert ihr Aussehen für die Aufzeichnung zur dreiteiligen Dokumentation "Speer und er" von Regisseur Heinrich Breloer (1999) © Bavaria Media
Leni Riefenstahl kontrolliert ihr Aussehen für die Aufzeichnung zur dreiteiligen Dokumentation "Speer und er" von Regisseur Heinrich Breloer (1999) | © © Bavaria Media
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Die Star-Regisseurin des Nazi-Regimes, Leni Riefenstahl, war nach dem Krieg unermüdlich und völlig uneinsichtig darum bemüht, der Öffentlichkeit ein unpolitisches, rein ästhetisches Bild ihrer Arbeit und ihres Lebens vorzugaukeln. In seinem tiefgründigen und präzisen Dokumentarfilm widerlegt Andres Veiel ("Beuys") die Lebenslügen von Hitlers Propagandistin, auf der Grundlage ihres gigantischen Erbes.

Veiel sichtete dafür 700 Kisten mit Materialien, Tonbandmitschnitten, Fotos und schnitt 18 Monate an seinem dokumentarischen Meisterwerk. Dem Regisseur gelingt es, in seiner gedankenreichen, assoziativen Montage eine politische Biografie der Riefenstahl zu entwickeln, die allgemein gültige Fragen aufwirft: Kann man ein Werk unabhängig von seiner politischen Funktion bewerten? Welche Verantwortung haben Künstler in der Gesellschaft? Dabei setzt er auf mündige Zuschauer, denen die erschreckenden Parallelen zu gegenwärtigen Fake-News-Fabrikanten, zu totalitären Visionen nicht entgehen werden. Leni Riefenstahl lieferte die kalten Repräsentationsbilder einer unmenschlichen Macht, der sie willig diente. In diesem Arsenal bedienen sich auch heutige Autokraten.

Knut Elstermann

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