Mobilität - Berlin Autofrei - eine Vision für die Zukunft
Die Idee einer autofreien Berliner Innenstadt ist ambitioniert, aber nicht unmöglich, meint der Mobilitätsforscher Andreas Knie. Mit Mut und klaren Maßnahmen könnte Berlin von internationalen Vorbildern lernen und die Lebensqualität in der Stadt verbessern.
Die komplette Berliner Innenstadt - völlig autofrei. Innerhalb des S-Bahn-Rings sollen nur noch Busse, Straßenbahnen, Fahrräder und Fußgänger unterwegs sein dürfen. Diese Idee ist für viele schwer vorstellbar, aber genau das will die Bürgerinitiative "Berlin autofrei" und hat schon vor vier Jahren entsprechend viele Unterschriften gesammelt, um ein Volksbegehren einzuleiten. Der Berliner Senat konnte sich eine autofreie Innenstadt aber auch nicht vorstellen und hat geklagt, der Gesetzesentwurf verstoße gegen das Grundgesetz. Und ob das so ist, entscheidet ab heute das Berliner Verfassungsgericht.
Andreas Knie, Mobilitätsforscher und Leiter des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, unterstützt die Richtung der Idee, hält sie jedoch für überambitioniert. Er schlägt vor, den öffentlichen Parkraum für private Autos innerhalb des S-Bahn-Rings einzuschränken oder abzuschaffen, um die Zahl der Autos zu reduzieren.
Die Berliner Verwaltung argumentiert, dass der Gesetzentwurf gegen das Grundgesetz verstoße, da er die allgemeine Handlungsfreiheit unverhältnismäßig einschränke. Knie betont, dass die Debatte über die Rolle des Autos in der Gesellschaft notwendig sei, da die aktuelle Menge an Autos die Lebensqualität einschränke.
Paris zeigt, dass der Umbau zu einer autofreieren Millionenstadt gelingen kann. In einer Abstimmung stimmten die Bürgerinnen und Bürger dafür, 500 weitere Straßen autofrei zu machen. Knie lobt den Mut der Pariser Bürgermeisterin und betont, dass Berlin ähnliche Schritte unternehmen sollte.